Gemeinde Pegau

Katholisches Leben gibt es in Pegau erst seit wenigen Jahrzehnten wieder. Nach 1913 wurde katholischer Gottesdienst im Ort gefeiert, der damals einen industriellen Aufschwung erlebte. Die Priester kamen aus Leipzig. Eine eigene Gemeinde bildete sich in Pegau jedoch erst nach dem Zweiten Weltkrieg.

Die heimatvertriebenen katholischen Christen kamen aus Ost- und Westpreußen, Pommern, Ungarn, Böhmen und Mähren und vor allem aus Schlesien. Paul Würz, selbst Schlesier und lange Jahre Pfarrgemeinderatsvorsitzender in Pegau, erinnert sich, dass die Schlesier vor allem aus dem Kreis Militsch kamen, nur wenige Kilometer vom Kloster Trebnitz, dem Kloster der heiligen Hedwig, entfernt. Unter dem Patronat der Heiligen, die von 1174 bis 1243 lebte, versammelten sich nach 1945 die katholischen Christen in Pegau. Seither verbindet die heilige Hedwig die katholischen Christen im Ort, egal wo sie einst ihren Ursprung hatten. Die katholischen Gläubigen trafen sich in Pegau und in Groitzsch in äußerst provisorischen Räumen zur sonntäglichen Eucharistiefeier. Der Zustand stellte sich in der Zeit um 1960 so dar:

In Pegau war befand sich eine kleine Kapelle im ersten Stock der Gaststube „Zur Tulpe“. Der bauliche Zustand war so schlecht, daß sogar der Regen bis in die Kapelle rieselte. Für den Altar mußte eine ausrangierte Theke genutzt werden. Die Bänke hatten keine Rückenlehne und lautstarke Unterhaltung der Gäste auf den Toiletten störten in unerträglicher Weise die Andacht. In Groitzsch bestand die Möglichkeit sich in einem Raum im evangelischen Vereinshaus zu Gottesdienst und Religionsunterricht zusammenzufinden. Aber auch dieser war in einem schlechten baulichen Zustand.