Gemeinde Zwenkau

Ende des 19. Jahrhunderts siedelten sich katholische Industriearbeiter mit ihren Familien in Zwenkau an. 1897 wurde der erste katholische Religionsunterricht in Zwenkau erteilt. Das Gemeindeleben begann sich zu entfalten. Nach einem Vortrag des späteren Leipziger Pfarrers und Dresdner Propstes Beier fand am 24. Januar 1924 im Schützenhaus in Zwenkau eine Generalversammlung des St. Laurentiusvereins zu Zwenkau und Umgebung statt. Im gleichen Jahr wurden die ersten Gottesdienste durch Prälat Stranz im Restaurant „Sommerlust“ und im „Schützenhaus“ abgehalten. Auf Dauer waren diese Räumlichkeiten natürlich nicht der geeignete Ort für die Veranstaltungen der katholischen Gemeinde. 1926 wurde deshalb eine Sammlung für den Bau der Kirche in Zwenkau eingeleitet. Im Frühjahr 1931 war eine Summe von 40.000 Mark zusammengekommen. Bereits 1927 gelang mit Hilfe von Dr. Neubner der Kauf eines kleinen Häuschens im Großdeubener Weg 11, das in den folgenden Jahren als Pfarrhaus diente. In der Nähe des Schützenhauses war eine kleine Notkapelle entstanden, die bis 1941 genutzt wurde.

Bereits 1938 war die katholische Gemeinde zu Zwenkau zur Pfarrvikarie St. Laurentius erhoben worden. Am 12. März 1940 wurde Böhlen von Zwenkau abgetrennt und als selbstständige Pfarrvikarie errichtet. Von 1940 bis 1951 nutzte die katholische Gemeinde die evangelische Kirche in Zwenkau-Imnitz. In den Jahren des Krieges war im Pfarrhaus Großdeubener Weg 11 eine Hauskapelle entstanden, die 1947 unter Pfarrer Volknant erweitert wurde.

Während man Planungen für einen Kirchbau neben dem Pfarrhaus anstellte, gelang der Kauf des Gasthauses „Sächsischer Hof“ (ehemals „Kronprinz“) in der Marktstraße 1, da der Besitzer das Gebäude finanziell nicht halten konnte. Nach Entwürfen des Leipziger Architekten Andreas Marquart wurde der Tanzsaal des Gasthauses im Jahr 1951 zum Gotteshaus umgestaltet. Dazu mussten die Seitengalerien entfernt werden. Die hintere Galerie blieb als Empore erhalten. Der ehemalige Bühnenraum war massiv und stellte nun den Altarraum dar. Die neue Heilig-Geist-Kirche verfügte über 280 Sitzplätze. Im März 1951 konnte das neue Pfarrhaus in der Marktstraße 1 bezogen werden. Im Hofgebäude befand sich eine Werktagskapelle. Weihnachten 1951 wurde die Kirche erstmals genutzt. Am 26. April 1952 fand die Konsekration der Heilig-Geist-Kirche durch Bischof Heinrich Wienken von Meißen statt. 1955 wurde Zwenkau kanonisch errichtete Pfarrei.