Gemeinde Markkleeberg

Mit der Wende 1989 werden auch in Markkleeberg deutlich Folgen der Umgestaltung spürbar. Zunächst ist eine Stagnation im Gemeindeleben zu verzeichnen. Ab 1993 setzt eine rege Bautätigkeit in Markkleeberg ein. Neue Wohngebiete entstehen, und damit beginnt auch ein zahlenmäßiges Wachstum der Gemeinde. War mit der Einführung der neuen Kirchensteuerregelung 1990 durch Kirchenaustritten die Gemeinde zunächst geschrumpft, kehrt sich nun die Entwicklung um. Nach den im Mai 1998 veröffentlichten Zahlen der Mainzer Zentralkartei und deren Korrektur in der Gemeinde, leben in Markkleeberg am 1. Januar 1998 880 Katholiken, bei einer Bevölkerungszahl von 22.264 am 1.1.1998, heute sind es ca. 1.100 Katholiken bei knapp 24.000 Einwohnern.

Die Gemeinde steht vor der Überlegung, am Gotteshaus etwas zu verändern oder neu zu bauen: Die kleine Kirche in der Pfarrgasse ist allen ans Herz gewachsen, nun aber wird sie zu klein. Eine Erweiterung des Raumes wird erwogen. Andere Modelle von der Simultannutzung der Martin-Luther-Kirche bis hin zur Übernahme der Großstädtelner Kirche werden diskutiert. Im Herbst 1996 wird mit der Gemeinde über einen Kirchbau beraten, nachdem das Ordinariat Dresden einen Neubau wohlwollend in die Planung einbezogen hat. Im Januar 1997 ergeht eine Bauvoranfrage an das Bauordnungsamt Markkleeberg, die im Mai positiv beschieden wird. Im April 1998 wird ein Architektenwettbewerb ausgelobt und am 26.08.1998 der Vertrag unterzeichnet. Aber alle Vorbereitungen nehmen eine Wendung: Wegen des hohen Grundwasserstandes im Gemeindegrundstück ist das vorgesehene Projekt so nicht zu verwirklichen. Und woran vorher keiner ernsthaft gedacht hat, wird plötzlich zur Notwendigkeit: Die Fläche des Dietrich-Bonhoeffer-Platzes als mögliches Baugelände zu betrachten. Von der Stadtverwaltung wird entgegenkommen signalisiert, über den Kauf verhandelt und im August 1999 liegt eine neue Bauvoranfrage vor.

Am 15. Juni 2000 beginnen die Bauarbeiten, am 6. Oktober folgt die Segnung des Grundsteines durch Bischof Joachim Reinelt. Zu diesem Zeitpunkt ist die Außenmauer des Kirchenraumes bis zur Empore errichtet. Weihnachten 2000 ist der Rohbau der Kirche fast fertig, der Turm hat seine endgültige Höhe erreicht und im künftigen Glockenstuhl leuchtet ein Weihnachtsstern. Am 31.03.2001 wird die neue Kirche geweiht und Ostern 2002 ist sie mit dem ersten Läuten der neuen Glocken „richtig“ fertig.

Am 20. Januar 2019 endet mit der Gründung der neuen Pfarrei „St. Bonifatius Leipzig-Süd“ die Geschichte der Pfarrei St. Peter und Paul Markkleeberg. Die Gemeinde St. Peter und Paul wird wie die anderen vier Gemeinden mit ihren Patrozinien weiter bestehen.